Hey at all,
uiuiui, erst 9.Dezember und mir gehn schon die Geschichten aus... wenn das mal kein Zeichen dafür ist, dass ich eindeutig mehr schreiben sollte. ;)
Also müsst ihr euch heute wieder mal mit einer Supernatural-Fanfiction begnügen, diesmal etwas ernster...
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Zusammen alleine
Verzweifelt denkt er darüber nach, was er sagen könnte.
Doch es fällt ihm nichts ein.
Nichts, das gepasst hätte, nichts, das er nicht schon gesagt hat.
Dieses Schweigen macht ihn wahnsinnig.
Sie schweigen jetzt schon die ganze Zeit.
Sie hatten geschwiegen, als sie dem Mädchen in die Lagerhalle gefolgt waren.
Sie hatten geschwiegen, als der Dämon aufgetaucht war.
Sie hatten sogar geschwiegen, als sie bemerkt hatten, dass sie zu spät gekommen waren.
Hatten wortlos zugesehen, wie sie verbrannte, hatten den Dreckskerl wortlos umgebracht und jetzt, auf der Fahrt zurück zum Motel, hängt das Schweigen über ihnen wie eine große, dunkle Wolke, die jegliche Sonnenstrahlen abfängt.
Sam hat das Gefühl, irgendetwas Großartiges, Rettendes sagen zu müssen, aber sein Kopf ist leer.
Vor seinen Augen immer noch das Bild des Mädchens.
Wie sie verbrannte, nur weil sie zu spät gekommen waren.
“Es war nicht unsere Schuld...”, die Worte verlassen seine Lippen, ohne dass er es beabsichtigt hat und auf eine unverständliche Weise, ist er froh darüber.
Das Schweigen ist gebrochen.
Der erste Schritt ist getan.
Er hat ihn gemacht.
Nach vorne.
Aber er ist sich fast sicher, dass Deans nächster Schritt sie wieder zurückführen wird.
Er soll recht behalten.
Dean starrt einfach nur weiter gerade aus auf die Straße, scheinbar hoch konzentriert, Fassade.
Sam weiß, dass Dean alles, nur nicht den Verkehr, im Kopf hat.
Sie schweigen weiter.
Als sie endlose zehn Minuten später endlich am Motel ankommen, hat sich ihre Situation nicht geändert.
Über ihnen die Wolke.
Sonnenstrahlen nicht in Sicht.
Sie steigen aus dem Impala.
Treten in die wärmende Sommerluft, eigenartig, unpassend.
Es müsste kalt sein.
Ihm ist kalt.
Aus irgendeinem Grund weiß er, dass Dean auch kalt ist.
Er würde ihn gerne umarmen, ihm Wärme schenken, ihm sagen, dass er nicht alleine ist.
Es geht nicht.
“Willst du zuerst duschen?”, eine banale Frage.
Sie unterbricht das Schweigen, aber besser macht sie nichts.
Es ist immer noch kalt.
Dean antwortet nicht.
Er schüttelt nur den Kopf.
“Ich auch nicht...”, Sam weiß nicht mal, ob Dean ihm überhaupt zu hört.
Ihre Augen treffen sich.
Fangen sich, halten sich.
Dann reißt Dean sich los.
“Ich komme bald wieder...”, seine Worte, ohne Hintergrund.
Leblos.
Es tut Sam weh.
Aber er sagt nichts.
Nickt nur.
Dean verlässt daraufhin den Raum.
Sam ist allein.
Es ändert nichts.
Er hat sich vorher schon allein gefühlt.
Jetzt ist es offensichtlich.
Dean ist immer noch nicht zurück.
Jede halbe Stunde schaut Sam auf die Uhr.
Schon seit drei Stunden ist er weg.
Draußen ist es jetzt dunkel.
Warm ist es immer noch.
Sam ist kalt.
Vier Stunden.
Jetzt ist Sam nicht mehr ruhig.
Dean ist immer noch nicht da.
Sam ist alleine.
Er weiß, dass Dean auch alleine ist.
Wieso können sie nicht zu zweit allein sein?
Fünf Stunden.
Sam macht sich Sorgen.
Deans langes Wegbleiben macht ihm Angst.
Es ist falsch.
Er müsste hier sein.
Sie müssten zu zweit sein.
Sam will nicht allein sein.
Es tut weh.
Nach sechs Stunden kommt Dean heim.
Er sieht müde aus.
Weicht Sams besorgtem Blick aus und geht stur zu seinem Bett, legt sich hin.
Zieht die Decke fest über sich, zieht sich die Kleidung nicht aus.
Die Augen seines Bruders immer noch auf sich.
“Können wir darüber reden?”, es ist mehr ein Flehen als eine Frage.
Sam sieht ihn an, beinahe verzweifelt im Versuch zu retten was noch zu retten ist.
“Nicht jetzt”, fast versteht Sam seinen Bruder nicht, so sehr verschluckt der Polster seine Worte.
Geschlagen seufzt Sam.
Ihm ist klar, dass er so nicht weiterkommt.
Obwohl er nichts mehr will, als einfach nur vergessen und weitermachen.
Das ist es doch, was sie immer tun.
Vergessen und weitermachen.
Mehr können sie nicht tun.
Mehr hält ein Mensch nicht aus.
Würden sie mehr tun, würden sie zu Grunde gehen.
Jetzt tun sie mehr.
Sam will nicht zu Grunde gehen.
Er könnte vergessen.
Weitermachen.
Und Dean?
Langsam geht Sam zum Bett seines Bruders, setzt sich neben ihn auf die Matratze.
Beobachtet ihn still und versucht zu erkennen, ob er nicht nur vorgibt zu schlafen.
Dean schläft nicht.
Erst jetzt bemerkt Sam die kleine Träne.
Sanft bahnt sie sich einen Weg über Deans Wange hinunter zu seinem Kinn, hinterlässt eine kalte, nasse Spur.
Vorsichtig legt er seinen Daumen an Deans kühle Wange, fährt den Verlauf der Wasserspur nach.
“Sam, ich...”
“Ich weiß, schon gut. Schlaf gut, Dean.”, murmelt Sam und rollt sich auf die andere Seite des Bettes.
“Nacht, Sammy...”
Es wird heute noch lange dauern, bis beide schlafen.
Es gibt viel zu viel, über das sie nachdenken müssen.
Viel zu viel, was beide beschäftigt.
Was ihnen nicht aus dem Kopf geht.
Bilder, die sich eingeprägt haben.
Unausgesprochene Worte, die in ihren Gedanken widerhallen.
Sie brauchen ihre Ruhe, Zeit für sich.
Das ist beiden klar.
Morgen wird die Welt anders aussehen.
Morgen werden sie nicht mehr darüber reden.
Werden so tun, als ob nichts passiert wäre.
Sie werden nie wieder ein Wort darüber verlieren.
Einfach weitermachen.
Das wird funktionieren.
Es hat schon so oft funktioniert.
Einfach vergessen.
Morgen.
Heute noch nicht.
Aber es ist nicht mehr kalt.
Sie sind jetzt zusammen.
Sie wissen, dass alles gut werden würde.
Morgen.
Und heute sind sie zusammen alleine.
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good night, h&k
J.
Hey Jen :)
AntwortenLöschenIch als Supernational-Nichtswissende, kenne mich natürlich kaum aus bei dieser Geschichte, trotzdem lese ich jeden Tag deinen 'Adventkalender'.
Und, ich dachte, ich nütze mein Kommentar schreiben, als 'versteckte' Werung für meinen Blog. Also viola-semper.blogspot.com :) Ich schreibe jetzt online Tagebuch, lasse meinen Gefühlskram weg und protokolliere meinen Tag, weil ich denke, dass es in zwanzig Jahren sicher lustig wird, dass alles zu lesen :)
Grandes Bises
V.